Smart-Meter-Appell der Branche: Wettbewerb statt Re-Monopolisierung im Messwesen

Unternehmen der Energie- und Digitalwirtschaft warnen vor Rückschritten beim Smart-Meter-Rollout und fordern eine klare politische Bekenntnis zu Wettbewerb und Innovation.
Presse

Köln, 16.12.2025

26 Unternehmen aus der Energie- und Digitalwirtschaft, darunter auch SpotmyEnergy, haben sich deswegen zusammengeschlossen und wollen auf die Gefahren einer Re-Monopolisierung aufmerksam machen. Die unterzeichnenden Marktakteur:innen äußern klare Bedenken hinsichtlich der Fortschrittsgeschwindigkeit unserer digitalen Energiewende ohne den Wettbewerb.

Der wettbewerbliche Messstellenbetrieb (wMSB) hat sich in den vergangenen Jahren als tragende Säule des Smart-Meter-Rollouts etabliert. Er beschleunigt den Einbau intelligenter Messsysteme, senkt Kosten für Haushalte und Unternehmen und schafft die notwendige digitale Infrastruktur für neue, flexible Energielösungen.

„Kund:innen müssen heute unwahrscheinlich lange auf Smart Meter warten. Partner:innen können bei der Zusammenarbeit mit vielen gMSB keine verlässlichen Lieferdaten mehr nennen“, kommentiert Jochen Schwill, Gründer von SpotmyEnergy. „Wir verlangsamen ohne wMSB einen Prozess, der die Energiewende in Deutschland maßgeblich definiert. Das können wir uns zeitlich nicht länger leisten.“

Wettbewerb als Erfolgsmodell im Messwesen

Die Fakten zeigen: Wettbewerb im Messstellenbetrieb wirkt.

  • Wettbewerbliche Messstellenbetreiber betreiben bereits heute mehr als 15 % aller intelligenten Messsysteme in Deutschland.
  • Smart Meter werden durch wMSB freiwillig und auf Kundenwunsch verbaut – nicht ausschließlich im Rahmen gesetzlicher Pflichten.
  • Einheitliche, digitale Rollout- und Abwicklungsprozesse ermöglichen einen bundesweit skalierbaren Ausbau.
  • wMSB unterstützen Stadtwerke und grundzuständige Messstellenbetreiber, die nicht über ausreichende Kapazitäten oder Investitionsmittel für einen schnellen Hochlauf verfügen.
  • In den vergangenen Jahren wurden dreistellige Millionenbeträge in Infrastruktur, IT-Systeme und Prozesse investiert.
  • Für die kommenden drei Jahre haben sich wMSB zum Einbau von bis zu fünf Millionen intelligenten Messsystemen verpflichtet.

Diese Investitionen sind ein zentraler Treiber für Innovation, Skalierung und Kosteneffizienz und damit automatisch auch für eine funktionierende digitale Energiewelt.

Grundlage für neue Energiewende-Geschäftsmodelle

Wettbewerbliche Messstellenbetreiber bilden heute die technologische Basis für zahlreiche Anwendungen und Geschäftsmodelle der Energiewende: Wärmepumpen, Photovoltaik- und Speicherlösungen, Wallboxen und E-Mobilität, dynamische Stromtarife, digitale Energiedienstleistungen sowie Anwendungen in der Wohnungswirtschaft.

Ohne flächendeckend verfügbare, intelligente Messinfrastruktur bleiben diese Lösungen Stückwerk. Mit ihr werden Bürger:innen erstmals zu aktiven Teilnehmer:innen eines flexiblen, digitalen Energiesystems.

Re-Monopolisierung gefährdet Investitionen und Innovation

Eine politische Rückkehr zu monopolartigen Strukturen im Messwesen hätte aus Sicht der Branche weitreichende negative Folgen:

  • Investitionen würden gebremst, da Planungssicherheit für private Akteur:innen verloren geht.
  • Innovationsgeschwindigkeit würde sinken, insbesondere bei digitalen Services und neuen Tarifen.
  • Kosten für Endkund:innen könnten steigen, statt durch Wettbewerb zu sinken.
  • Die Abhängigkeit von wenigen Infrastrukturbetreibern würde zunehmen – mit Risiken für Resilienz und Skalierbarkeit.

Gerade in einer Phase, in der Deutschland beim Smart-Meter-Rollout weiter aufholen muss, wäre dies ein Rückschritt.

Klare Forderung an die Politik

Die unterzeichnenden Unternehmen fordern daher ein klares politisches Bekenntnis zu Wettbewerb, offenen Märkten und Investitionssicherheit im Messwesen. Nicht im Interesse einzelner Marktteilnehmer:innen, sondern im Interesse einer bezahlbaren, digitalen und zukunftsfähigen Energieinfrastruktur für Deutschland.

Nur mit einem starken, wettbewerblich organisierten Messstellenbetrieb lassen sich die Ziele der Energiewende effizient, sozialverträglich und innovationsgetrieben erreichen.

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